Mittwoch, 31. Januar 2018

Rezension zu 'Kleine grosse Schritte' von Jodi Picoult

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Klappentext

Jodi Picoult - bewegend wie nie

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …
(Quelle: C. Bertelsmann)


Meine Meinung

Jodi Picoult hat wieder ein Thema aufgegriffen, das die Geister scheiden wird, was allgegenwärtig ist und ein immer grösser werdendes Problem wird: Rassenhass, Fremdenfeindlichkeit. 
In 'Kleine grosse Schritten' wird das Thema durch die Geschichte der Hebamme Ruth geschildert. Sie liebt ihre Arbeit, ist seit über 20 Jahre in ihrem Beruf. Dann treten eines Tages Eltern eines frischgeborenen Jungen in ihr Leben. Sie darf den Jungen nicht mehr anfassen, aufgrund ihrer afroamerikanischen Wurzeln. Dann gerät die Hebamme in ein moralisches Dilemma, der Junge stirb. Die Eltern geben ihr die Schuld daran und die folgenden Monate zeigen deutlich auf, dass die Rassenunterschiede noch lange nicht überwunden sind.

Mir hat die Geschichte um Ruht unheimlich gut gefallen. Ich konnte mich in sie hineinversetzen, aber auch in ihre Anwältin. Manche Aussagen und Ereignisse haben mich sehr zum Nachdenken gebracht. Ich sehe mich als Nicht-Rassisten, bin sehr tolerant. Und doch habe ich mich selbst reflektiert und muss sagen: Bin ich vielleicht zum teil passiv rassistisch ohne es zu wissen? Immerhin stellen wir 'weissen' uns oft nicht die Fragen, die sich ein Afroamerikaner vielleicht jeden Tag stellt. Das fand ich sehr erschreckend. Wir nehmen viele Dinge für selbstverständlich hin, dabei sind sie das gar nicht - wir gehen einfach davon aus.

An Ruths Beispiel kann man sehen, wie viel durch Rassismus zu Bruch gehen kann, welche Wellen er schlagen kann. Dabei sind wir Menschen alle gleich? Oder nicht? Wir können nichts für unsere Herkunft. Niemand sucht sich aus, wie er geboren wird. Wir werden quasi auf die Welt gezwungen und müssen in dieser klar kommen.

Und was passiert, wenn nicht alles so ist, wie es scheint. Wenn genau der Hass, der einen immer weiter treibt, am Ende auf einen selbst zurückschlägt? Auch mit dieser Frage beschäftigt sich Jodi Picoult in diesem Buch. Mir haben die Wendungen, vor allem gegen Ende des Buches, wirklich gut gefallen.

Die Charaktere waren für mich sehr glaubhaft, was ich bei diesem Thema unheimlich wichtig finde. Ich mochte alle Charaktere, selbst die unsympatischen. Sie waren authentisch und genau das macht für mich ein gutes Buch aus.

Generell fand ich es sehr faszinieren, dass die Autorin als Weisse ein Buch über eine Afroamerikanerin schreibt, die durch Rassismus eines Verbrechens beschuldigt wird. Dies auch noch glaubhaft dem Leser zu vermitteln, stelle ich mir alles andere als einfach. Vielleicht haben mir daher die Emotionen gefehlt - der einzige Punkt, der mich an dem Buch gestört hat. Ich konnte mich zwar in die Charaktere eindenken, aber ich konnte nicht fühlen, was sie fühlen. Das fand ich sehr schade, es hätte dem Ganzen das I-Tüpfelchen aufgesetzt.

Das Cover gefällt mir unheimlich gut, auch wenn rosa sonst nicht wirklich meine Farbe ist.

Fazit

Von mir bekommt das Buch 4 Sterne.

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