Rezension zu 'Die Zerbrechlichkeit der Welt' von Kees van Beijnum


Klappentext

Tokio 1946: Der Richter Rem Brink ist vom niederländischen Außenministerium zu den sogenannten Tokioter Prozessen gesandt worden, um mit den Siegermächten die japanischen Kriegsverbrechen aufzuarbeiten. Brink ist sich seiner besonderen Verantwortung bewusst, sucht gleichzeitig aber auch Zerstreuung in einer Liaison mit der jungen Sängerin Michiko. Durch sie lernt er eine ganz andere, faszinierende Seite Japans kennen. Doch als Michiko ihn um einen Gefallen bittet, der seinen politischen und moralischen Grundsätzen widerspricht, wird die Beziehung auf eine harte Probe gestellt …
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Meine Meinung

Wir schreiben das Jahr 1946 in Tokio. Die Nachkriegszeit hat das Land im festen Griff - Armut hat Einzug in Japan gehalten, die Leute leben unter ärmlichen Verhältnissen. In dieser Zeit wird Richter Brink nach Tokio geschickt, um an den Tokioter Prozessen beizuwohnen als Abgesandter von Holand. Er ist sich der Verantwortung bezüglich den japanischen Kriegsverbrechern bewusst, aber die Situation belastet ihn immer mehr.
Brink trifft auf die junge Sängerin Michiko und ist sofort von ihr fasziniert. Von ihr lernt er die japanische Kultur näher kennen, bekommt die Ablenkung von den Prozessen, die er dringen braucht. Doch die Beziehung hat auch ihre Tücken und plötzlich sieht er sich vor eine Entscheidung gestellt, die allen politischen und moralischen Grundsätzen Brinks widerspricht. Wird die Beziehung halten?

Bücher, die während oder kurz nach den Weltkriegen spielen, ziehen mich ja magisch an. Ich kann nur schwer an ihnen vorbei gehen. Nachdem ich meine Leseflaute mehr oder weniger besiegt habe, konnte ich endlich 'Die Zerbrechlichkeit der Welt' in Angriff nehmen.
Ich bin ehrlich: Ich habe viel von dem Buch erwartet und bin leider enttäuscht worden. Mir ist durchaus bewusst, dass die Geschichte von Michiko und Brink einen Teil des Buches einnehmen würde, was auf dem Klappentext ersichtlich ist. Jedoch hätte ich mir aufgrund der Nachkriegszeit und der Erwähnung der Tokioter Prozesse einen Einblick in diese Gewünscht. Es gab zwar ein paar Abschnitte, die im Gericht spielten und es wurden auch ein paar Gespräche der Richter beleuchet... aber das war es auch schon!

Mir fehlte Gefühl für diese Prozesse, mir fehlte der richtig Input. Man hätte das Buch sicherlich sehr gut so gestalten können, dass diesem Teil mehr Bedeutung zugedacht wird. Ich kenne nur wenige Bücher, die während dieser Zeit in Japan spielen und genau aus diesem Grund wäre es sehr interessant gewesen, tiefer in die Prozesse einzutauchen.
Der Schreibstil von Kees van Beijnum hätte hierfür das Potential gehabt. Denn das Buch liest sich flüssig und angenehm. Oft hat man ja, dass sich historische Romane etwas schwerfälliger lesen lassen, was an der Thematik bzw. der jeweiligen Zeit liegt. Hier war das nicht der Fall. Die Geschichte kann man durchaus in einem Rutsch lesen. Ich persönlich habe aber immer wieder ein Stück gelesen und dieses Revue passieren lassen, ehe ich den nächsten Abschnitt gelesen habe. Es bietet sich durchaus an, da das Buch in 3 Teile gesplittet ist und die 2 Jahre, die Brink in Tokio verbringt, zusammen fasst.
Vielleicht hätte man den mittleren Teil dafür nützen können, die Kriegsverbrecher zu beleuchten? Die Gefühle, Emotionen, Gedanken dieser Männer... Die waren in dem Buch nicht zu spüren. Das war generell ein weiteres Problem. Mich hat das Schicksal der Protagonisten nicht so berührt, wie ich es mir gewünscht hätte. Es passieren so viele Dinge ausserhalb des Gerichtsaales, die alle im Laufe des Buches zusammenlaufen, dass ich mehr mit den Personen fühlen wollte.

Die Charaktere haben mir soweit gut gefallen. Man hat einiges über die Vergangenheit der jeweiligen Personen erfahren, ihre Denkweisen, ihre Ansichten. Das fand ich gut gemacht. Wie oben schon erwähnt, haben mir jedoch die Emotionen gefehlt.

Das Cover finde ich sehr schlicht und es passt sehr gut zur Geschichte.

Fazit

Da es mich leider nicht überzeugen konnte, bekommt das Buch von mir 3 Sterne

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