Direkt zum Hauptbereich

Rezension zu 'Die Seele heilen' von Sabine Wehner-Zott & Prof. Hubertus Himmerich


Klappentext

Einfühlsamer Depressionsratgeber aus Betroffenensicht, fachärztlich ergänzt.

Die Zeiten, in denen Depressionen als Zeichen persönlicher Lebensunfähigkeit betrachtet wurden, sind vorbei. Heute weiß man, dass eine Depression jeden treffen kann. So auch Dr. Sabine Wehner-Zott, dreifache Mutter, Lehrerin und bis zu ihrer Erkrankung geradezu ein Energiebündel. Mit diesem Ratgeber, den sie zusammen mit Prof. Dr. Hubertus Himmerich verfasst hat, will sie allen von einer Depression Betroffenen Mut machen. Denn eine Depression ist zwar eine dramatische Erfahrung im Leben eines Menschen, aber sie ist heute gut heilbar. Sabine Wehner-Zott schildert den Verlauf ihrer Depression von den ersten Anzeichen über die Akutphase in einer Klinik bis in die Zeit der Rückkehr in die Normalität. Prof. Dr. Himmerich ergänzt ihre Schilderungen durch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Depressionsforschung. Ein Buch, das alle wichtigen Hintergrundinformationen zum Thema Depressionen liefert, das aber vor allem auch Betroffenen sowie deren Angehörigen Zuversicht vermittelt.

(Quelle & Homepage des Verlages: GU)

Meine Meinung

Das Buch steht schon ein paar Jahre in meinem Regal und bis vor ein paar Tagen habe ich nicht dazu gegriffen. Ich habe es damals gekauft, als es mir auch schlecht ging, doch es war nicht ganz so schlimm wie jetzt. Es war einfach nicht die richtige Zeit für das Buch, was sich nun geändert hat!

Jetzt war ich bereit, es zu lesen und habe es fast wortwörtlich verschlungen. Ich fand es wirklich gut, wenn auch wenig zu technisch und zu wissenschaftlich. Zum Teil war das Fachchinesisch zu komplex, um alles wirklich nachvollziehen zu können. Immer wieder habe ich gemerkt, wie meine Konzentration nachlässt und ich ein wenig die Lust am Lesen verloren habe.

Dennoch finde ich den Schreibstil der beiden Autoren gut – Sabine Wehner-Zott konnte mich sogar ein Stück mehr überzeugen. Ihre persönlichen Erfahrungen mit der Depression hat mich tief beeindruck. Sie zeigt, dass es immer einen Weg gibt und wenn man sich Hilfe sucht, ist das keine Schande. Dieses Wissen hilft mir in meiner eigenen Depression weiter und gibt mir Mut, weiter zu kämpfen und die Krankheit zu besiegen – egal wie lange es dauert.

Der Aufbau des Buches hat mir sehr gut gefallen – man wird langsam in die Krankheit eingeführt: Also vom Weg von der Diagnose zur Heilung. Ich konnte einiges mitnehmen für meinen zukünftigen weg, habe mir vieles markiert und mit Post-Its versehen, damit ich auch in Zukunft immer wieder gewisse Dinge nachlesen kann. Es ist auf jeden Fall kein Buch, das man einmal liest und dann für immer zur Seite legen sollte.

Was ich sehr gut an dem Buch finde, ist, dass es auch einen Teil für Angehörige und Freunde gibt. Den Teil habe ich zwar nicht gelesen, aber durchgeblättert. Ich bin davon überzeugt, dass dieser Teil wirklich helfen kann, einen Depressionskranken besser zu verstehen, wenn man selbst noch nie von der Krankheit betroffen war.

Es ist nicht einfach, mit allem umzugehen und ich kann verstehen, dass Freunde und die Familie vielleicht überfordert sind oder nicht wissen, wie sie mit einem umgehen sollen. Ich kann nur sagen: Seid für die Person einfach da, hört ihr zu und gebt ihr zu verstehen, dass sie euch wichtig ist und ihr sie trotz der Krankheit so liebt, wie sie ist.

Das Buch ist neu nur noch als E-Book erhältlich. Fall es euch nicht stört, ein Buch gebraucht zu erwerben, macht dies auf jeden Fall oder greift im Notfall auf das E-Book zurück. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

Das Cover finde ich sehr schön gestaltet – gefällt mir sehr gut.

Fazit

Kann ich jedem empfehlen, der selbst an einer Depression erkrankt ist oder an die Angehörigen und Freunde von Depressionskranken. Durch meine oben genannte Kritik bekommt das Buch einen Stern Abzug, also 4 Sterne.

Kommentare