Montag, 12. September 2016

Rezension zu 'Nach einer wahren Geschichte' von Delphine de Vigan




Eckdaten

Verlag: Dumont
Übersetzt von Doris Heinemann
350 Seiten
Erscheinungstag: 15.08.2016
ISBN 978-3-8321-9830-5  

Homepage des Verlages: ** hier klicken **








Klappentext

Ein raffiniertes literarisches Spiel mit Fiktion, Wirklichkeit und Identität
Zwei Frauen lernen sich auf einer Party kennen. Die zurückhaltende Delphine, die sich mit fremden Menschen meist sehr schwer tut, ist sofort fasziniert von der klugen und eleganten L., die als Ghostwriter arbeitet. Aus gelegentlichen Treffen werden regelmäßige, man erzählt einander das eigene Leben, spricht über Familie und Freunde, vor allem über Freundinnen. Und natürlich über Bücher und Filme, die man liebt und bewundert. Delphine ist glücklich über die Gemeinsamkeiten und fühlt sich verstanden wie schon lange nicht mehr. Ganz entgegen ihrer Gewohnheit gibt sie in einem Gespräch über das Schreiben die Idee für ihr nächstes Buch preis. L. reagiert enttäuscht: Wie nur könne Delphine ihre Zeit auf eine erfundene Geschichte verschwenden? Eine Autorin ihres Formats müsse sich der Wahrheit verschreiben. Delphine ist entsetzt. L.s leidenschaftlich vorgetragene Forderung löst eine tiefe Verunsicherung in ihr aus. Bald kann sie weder Papier noch Stift in die Hand nehmen. L. scheint völlig unglücklich über das zu sein, was sie in der Freundin ausgelöst hat. Selbstlos übernimmt sie die Beantwortung von E-Mails, das Absagen von Lesungen und Interviews, das Vertrösten des Verlags, der auf einen neuen Roman wartet. Und all das in Delphines Namen. Keiner weiß davon, keiner kennt L., und so ist Delphine allein, als sie feststellt, dass L. ihr immer ähnlicher wird …(Quelle: Dumont)

Meine Meinung

Der Inhalt wird sehr gut im Klappentext wiedergegeben - daher verzichte ich auf eine eigene Zusammenfassung. Mich hat er auf jeden Fall sehr neugierig auf das Buch gemacht.

Was mir sehr gut gefallen hat, ist der Schreibstil der Autorin. Er hat mich wirklich gepackt und ich habe mich in das Buch fallen lassen. Etwas schwer hat es mir L. gemacht - ich mochte sie einfach überhaupt nicht!
Ich fand, sie war sehr vorhersehbar, zu perfekt und sehr manipulativ! Oft habe ich mir an den Kopf gefasst, wenn Delphine auf L. reingefallen ist und sie nicht gemerkt hat, welchen Einfluss L. auf sie hat. Es waren, in meinen Augen, sehr offensichtliche Dinge, Aussagen etc., die Delphine hätten hellhörig machen sollen.

Gleichzeitig stellt sich nach und nach die Frage: Existiert L. überhaupt? Ich für mich kann diese Frage auch nach dem Beenden des Buches nicht beantworten. Ich denke, das muss jeder Leser für sich selbst entscheiden. Die Mischung aus Fiktion und Realität ist wirklich sehr gelungen, das muss ich wirklich sagen.

Was mir am Buch gut gefallen hat, sind Delphines Gedanken zum Thema Schreiben. Das war wirklich aufschlussreich und ich hätte gerne noch mehr darüber gelesen. Die Gedankengänge von Autoren interessieren mich immer sehr.

Es gab einige Passagen, die ich mir mit Post-It's markiert habe, die ich mir auf jeden Fall auch in Zukunft noch einmal durchlesen werde. Auch ein oder zwei Aussagen von L. habe ich mir markiert, weil es ihren Charakter sehr gut unterstrichen hat. Es waren Abschnitte, die ich sehr bezeichnend dafür finde, dass Delphine hätte hellhörig werden müssen.

Auf jeden Fall ein Buch, dass einen Nachhall hinterlässt und einen zum Denken anregt. Hat mir alles in allem gut gefallen.

Das Cover hat etwas an sich, das einen sofort auf das Buch aufmerksam macht - gefällt mir sehr gut.

Fazit

Ein Buch, das den Leser mit der einen Frage offen lässt: Wahrheit oder Fiktion? Von mir bekommt das Buch 4 Sterne.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Rezension zu 'Starfall - So nah wie die Unendlichkeit' von Jennifer Wolf

Klappentext **Zwischen uns nur die Sterne** Die 17-jährige Melody lebt mit ihrer Familie innerhalb einer Militärbasis von Washington D.C. ...

Follow by Email

Gesamtzahl der Seitenaufrufe