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Rezension zu 'Die Lieben meiner Mutter' von Peter Schneider






Eckdaten

Verlag: btb
Taschenbuch, Leinen
352 Seiten
ISBN: 978-3-442-71398-1
Erschienen: 13.06.2016
Homepage des Verlages: ** hier klicken **







Klappentext

Jahrzehntelang haben ihre Briefe aus der Kriegs- und Nachkriegszeit ungelesen im Schrank gelegen. Als Peter Schneider sich endlich entschließt, die in Sütterlin geschriebenen Briefe seiner Mutter transkribieren zu lassen, stößt er auf eine unglaubliche Geschichte – eine offene Dreiecksbeziehung. Eine aufwühlende Recherche beginnt. Aus den Briefen seiner Mutter und seinen eigenen Erinnerungen rekonstruiert Peter Schneider seine Kindheit und zeichnet ein vielschichtiges Porträt einer faszinierenden Frau, die ohne Rücksicht auf die Konventionen der Zeit ihren Leidenschaften folgte.
(Quelle: btb)

Meine Meinung

Während des Krieges führt Peter Schneiders Mutter immer wieder eine offene Dreiecksbeziehung, was er durch die Briefe, die er jahrzehnte im Schrank liegen hatte, aufgedeckt wird. Die Recherchen sind aufwühlend und fördern eine unglaubliche Geschichte zutage.

Mir hat das Buch gut gefallen, auch der Schreibstil hat mir gefallen.
Die Geschichte ist gespickt mit Ausschnitten aus den Briefen der Mutter, sowie den dazugehörigen Erinnerungen von Peter Schneider, die er aus seiner Kindheit rekonstuiert. So kann man verfolgen, zu welchen Zeiten die Briefe der Mutter ungefähr geschrieben wurden und wie die Liebschaften der Mutter die Kindheit beeinflusst hat.

Die Mutter scheint mir eine sehr spezielle Persönlichkeit gewesen zu sein. Es ist immer schwer, eine Person zu beurteilen, die wirklich gelebt hat. Sie scheint sehr abhängig von der Liebe gewesen zu sein und konnte es nur schwer ertragen, wenn diese nicht auf die Art und Weise erwidert wurde, wie sie es sich gewünscht hat.
Fast krankhaft hält sie an einer Liebschaft fest, obwohl sie weiss, dass ihr Angebeteter ihre Gefühle nicht erwidert. Sie spürt nicht, wie sich dieser sogar eingeengt und, so scheint es mir, belästigt fühlt. Was mich aber am Meisten beschäftigt hat: Wie offen die Mutter ihrem Ehemann gegenüber war.
Ich weiss nicht, wie ich zu Zeiten des Krieges gehandelt hätte, wie ich darauf reagiert hätte. Aber ich wüsste nicht, ob ich so tolerant gewesen wäre.

Das Portrait der Mutter ist sehr komplex, man bekommt viel von ihr zu lesen, kann sich ein gutes Bild über sie machen! Das hat mir unheimlich gut gefallen.
Auch über Peter kann man sich ein Bild machen, wenn auch die Mutter im Vordergrund steht. Das hat mich in diesem Buch nicht gestört, das es ja im Vordergund um die Lieben der Mutter geht und wie sie damit umgegangen ist.

Das Buch regt sehr zum Nachdenken an und hallt noch eine Weile nach.

Das kleine Geschenkformat gefällt mir unheimlich gut und es ist sehr handlich zum Mitnehmen und Lesen. Auch das Cover ist sehr schön gestaltet, hat mir gut gefallen.

Fazit

Ein Buch, das sehr zum Nachdenken anregt. Von mir bekommt es 4 Sterne.

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