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Rezension zu 'Die Reise der Amy Snow' von Tracy Rees





Eckdaten

Verlag: List
Aus dem Englischen übersetzt von Elfriede Peschel.
Historischer Roman, Frauenunterhaltung
Klappenbroschur
480 Seiten
ISBN-13 9783471351369
Erschienen: 14.03.2016
Homepage des Verlages: ** hier klicken **
 


 
Klappentext
 
Als Baby wurde Amy Snow ausgesetzt. Mittellos und von allen gehasst wird sie auf dem noblen Hatville Court aufgezogen. Die schöne Tochter des Hauses, Aurelia Vennaway, ist Amys einzige Freundin und der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Als Aurelia jung stirbt, bricht Amys Welt zusammen. Aber Aurelia macht ihr ein letztes Geschenk: ein Bündel Briefe, das Amy auf Schatzsuche schickt. Einen Code, den nur Amy entschlüsseln kann. Am Ende erwartet Amy ein Geheimnis, das ihr Leben verändern wird. Amy Snow begibt sich auf eine Reise quer durch England.
(Quelle: List)
 
Meine Meinung

Amy Snow wurde als Säugling ausgesetzt und halb erfroren im Schnee gefunden. Obwohl sie mittellos ist und von allen gehasst oder mit Misstrauen beäugt wird, wird sie auf dem noblen Anwesen Hatville Court aufgezogen. Aurelia Vennaway, die Tochter des Hauses, ist Amys einzige Freundin und wird zum wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Doch Aurelia stirbt jung und Amys Welt wird zu einem Trümmerhaufen.
Aurelia wäre nicht Aurelia, wenn sie ihrer Freundin nicht ein letztes Geschenk vermacht hätte: Briefe, die Amy auf eine Schnitzeljagd schicken. Nur Amy ist in der Lage, den Code zu entschlüsseln und in tiefer Verbundenheit mit der Verstorbenen, macht Amy sich auf die Suche und entdeckt ein Geheimnis, das ihr Leben für immer verändern wird. Und so beginnt die Reise ihres Lebens quer durch England.

Bereits der Prolog hat mich für sich eingenommen! Der Schreibstil der Autorin ist einfach wunderbar. Dadurch erhält die Geschichte einen ganz eigenen Zauber, der einen sofort gefangen nimmt. Tracy Rees hat etwas ganz Spezielles in der Art, wie sie schreibt und genau das hat mir sehr gut gefallen.
Die Atmosphäre ist durchweg sehr speziell und hat ebenfalls etwas sehr eigenes an sich. Leider verliert sich der Zauber ein wenig gegen Ende des Buches, was mit der Liebesgeschichte zu tun hat. Mir war der Aspekt dann mit der Zeit doch zu sehr darauf ausgelegt, obwohl es um die Reise geht, auf die Aurelia Amy geschickt hat. Diese geht durch die Beziehung von Amy und ihrer ersten grossen Liebe leider ein wenig unter, was ich sehr schade fand. Trotzdem finde ich den Rest des Buches, gerade wegen der Atmosphäre, einfach toll.
Die Ich-Perspektive hat dem Buch zusätzlich eine besondere Note verliehen. Ich bin mir sicher, dass alles andere bei diesem Buch verkehrt gewesen wäre. Hier hat die Autorin bewiesen, wie einzigartig man eine Geschichte mit dieser Form der Erzählperspektive schreiben kann. Wirklich klasse!

Mir hat die Verknüpfung der Vergangenheit und der Gegenwart der Geschichte gut gefallen. Das ist vor allem der Briefe zu verdanken, die Aurelia Amy hinterlassen hat. Genau diese Briefe sind der Kern der Geschichte und führen zu der Reise, die Amy durch England führt. Sie verfolgt die Krümel, die Aurelia ihr damit 'legt' und wir haben eine Schnitzeljagd der anderen Art. Nur Amy ist in der Lage, die Hinweise in den Briefen zu verstehen, da Aurelia sehr darauf bedacht ist, dass niemand anders erfährt, wohin sie Amy führen möchte und weshalb.
Ich finde es klasse, dass man durch die Rückblenden, mehr über Amy und ihr Leben erfährt. Und wenn sie reflektiert, was damals passiert ist und wie sie ihr Leben heute führt, so spürt man auch Emotionen, die sich in ihr ausbreiten. Meistens konnte ich sie sehr gut verstehen, nur gegen Ende war es mir dann doch ein wenig übertrieben. Auf jeden Fall ist Amy ein sehr gelungener Charakter mit Ecken und Kanten.

Auch die restlichen Charaktere fand ich gut gelungen. Besonders Mrs. Riverthrope fand ich klasse. Wer das ist, müsst ihr selbst nachlesen ;) Auf jeden Fall ist sie kein 0815 Charakter, sondern sehr erfrischend.

Was mir an der Geschichte ebenfalls gefallen hat, sind die gesellschaftlichen Aspekte. Man erfährt, wie die Frauen zu jener Zeit behandelt wurden bzw. welchen Stellenwert sie hatten und man bekommt ein Bild davon, was jemand wert ist, dessen Herkunft schleierhaft ist - also nicht sonderlich viel. Dies erfahren wir anhand der Geschichte von Amy und den Rückblenden.

Ein Punkt hätte ich noch, der mir negativ aufgefallen ist: Das Ende! Das letzte Kapitel bzw. den Epilog hätte es meiner Meinung nach nicht mehr gebraucht. Oder aber in anderer Form, z.B. anhand eines Briefes.

Das Cover finde ich sehr schön und es passt perfekt zu Amys Geschichte. Da hat sich der Verlag grosse Mühe gegeben.
 
Fazit

Eine Schnitzeljagd der ganz besonderen Art, die einen von der ersten Seite an berührt. Da mir gegen Ende der Zauber ein wenig abhanden gekommen ist, bekommt das Buch gute 4 Sterne von mir.

Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

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