Samstag, 11. Juni 2016

Rezension zu 'Die Geisterstrasse' von Amanda Sthers






Eckdaten

Verlag meiner Ausgabe: BTB
Taschenbuch
160 Seiten
Neu nicht mehr erhältlich








Klappentext:

Eine Geschichte über Freundschaft und Fanatismus, über die zarten Regungen und falschen Versprechen der Liebe.

Simon und Alfred sind die letzten beiden Juden in Kabul, und sie mögen sich nicht. Sie haben sich miteinander arrangiert, um wenigstens im bescheidenen Maße die jüdischen Feste und Riten aufrecht zu erhalten. Von den zehn Juden, die es für eine Synagoge braucht, muss man sich die fehlenden acht dann einfach vorstellen. So sind sie über die Jahre ein wenig kauzig geworden. Erst als die junge Afghanin Naema, die von einem amerikanischen Journalisten geschwängert wurde, Alfreds Hilfe sucht, bricht auch bei ihnen wieder Leidenschaft ins Leben, und voller Aktionismus versuchen sie, Naema zu retten
(Quelle: Amazon)

Meine Meinung

Besser als auf dem Klappentext kann man die Geschichte nicht zusammenfassen. Mir hat sie sehr gut gefallen, gerade weil sie etwas anspruchsvoller war. Der spezielle Schreibstil der Autorin hat der Geschichte etwas Eigenes mitgegeben, was ich wirklich toll fand.

Gerne möchte ich noch anmerken, dass ich gegen keinen Menschen etwas habe, der seinen Glauben verfolgt - solange er anderen dabei nicht schadet. Ich habe sehr viele Bekannte, die sehr gläubig sind (in verschiedenen Richtungen) und das sind alles ganz tolle Menschen! Aber nun zur eigentlichen Rezension!

Durch die Geschichte von Simon und Alfred werden Szenen aufgezeigt, die sehr erschreckend sind. Und doch sind sie näher an der Realität, als man denkt! Wie weit Juden heute noch in Kabul verfolgt werden, weiss ich nicht. Dennoch finde ich das Thema an sich sehr aktuell. Immer wieder gibt es Kriege und Rassenkomflikte, obwohl wir Menschen es eigentlich besser wissen müsste.
Ich persönlich verstehe nicht, wie man jemanden schlecht behandeln kann, nur weil er, wie in diesem Buch, Jude ist! Was ist an ihm anders, als an mir? Nichts! Es ist sehr erschreckend, dass es diese Diskriminierungen heute noch immer gibt und in manchen Ländern immer aktueller werden.

Auch die Thematik mit Naema, die von einem amerikanischen Journalisten geschwängert wird, finde ich ein sehr interessanter Aspekt. Ehre spielt in diesem Buch eine grosse Rolle und so passieren hier auch Dinge im Namen dieser 'Ehre'. Es wird in dieser Geschichte nichts beschönigt und die ein oder andere Szene hat mich dann doch leer schlucken lassen. Aber alles andere hätte nicht zur Wahrheit gepasst! Vorkommnisse im Namen der Religion etc., die man einfach nur als radikalistisch bezeichnen kann, kommen auch heute noch vor.
Wie oft hört man z.B. von so genannten Ehrenmorden? Mehr als man eigentlich sollte! Ich finde, jeder Mensch kann selbst entscheiden, was er glauben möchte, wen er lieben möchte. Wieso also jemanden für etwas bestrafen oder sogar ermorden, nur weil er seinem Herzen folgt? Kann ich nicht verstehen.

Die Verknüpfungen, die in diesem Buch gemacht werden, finde ich wirklich gut. Man wird dadurch auch bewegt, weiter zu denken. Viele Botschaften findet man zwischen den Zeilen und wenn man genau über das Gelesene nachdenkt. Es ist auf jeden Fall ein Buch, das man nicht so schnell vergisst und über das man auch noch nachdenkt, wenn man die letzte Seite gelesen hat.
Einige der Themen, die hier behandelt werden sind:

Verbitterung / Einsamkeit / Freundschaft / Sehnsucht / Tradition

Wichtige Themen, die man nicht einfach mit einem Schulterzucken abtun sollte. Die Autorin hat hier wirklich ein Buch mit sehr viel Tiefgang geschrieben. So sind auch die beiden Hauptprotagonisten in dem Buch, zu denen ich nicht viel sagen möchte. Ich bin der Meinung, dass man sie selbst beim Lesen entdecken und sich auf ihre Geschichte einlassen sollte.

Das Cover finde ich sehr schlicht und auch sehr aussagekräftig. Gefällt mir sehr gut.

Fazit

Eine Geschichte, die noch lange nach der letzten Seite seine Wirkung entfaltet. Voll 5 Sterne von mir.

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