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Rezension zu 'Deine Juliet' von Mary Ann Shaffer + Annie Barrows





Eckdaten

Verlag: BTB
Aus dem Amerikanischen von Margarete Längsfeld und Martina Tichy
Taschenbuch
304 Seiten                                                
ISBN: 978-3-442-71384-4
Erschienen: 03.11.2015
Homepage des Verlages: ** hier klicken **






Klappentext

Willkommen im Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartfoffelschalenauflauf

London, Ende der vierziger Jahre: Die junge Schriftstellerin Juliet erhält einen ungewöhnlichen Brief. Absender ist Dawsey Adams, ein Bauer von der Kanalinsel Guernsey, der antiquarisch ein Buch erworben hat, das zuvor ihr gehörte. Zwischen den beiden entspinnt sich ein Briefwechsel, durch den Juliet von der Existenz der »Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf« erfährt, einer literarischen Gesellschaft, die einige der Inselbewohner gründeten, um sich über die schwere Kriegszeit hinwegzuhelfen. Je mehr Juliet über Dawsey und die anderen erfährt, desto mehr wünscht sie sich diese Menschen zu treffen. Und so beschließt sie, auf die Insel zu reisen. Dort stößt Juliet auf die Geschichte von Elizabeth, einem verschollenen Mitglied des Clubs, und ihrer großen Liebe zu einem deutschen Offizier. Und sie lernt Dawsey immer besser kennen…

(Quelle: BTB)

Meine Meinung

Zum Inhalt möchte ich nicht viel sagen, da der Klappentext schon sehr aussagekräftig ist. Mehr zu sagen, würde spoilern.

Das Buch ist sehr speziell aufgebaut und zwar in Briefform. Um die Geschichte voll geniessen zu können, muss man sich einfach darauf einlassen - es lohnt sich auf jeden Fall.
Was mir sehr gut gefallen hat, dass man durch den Briefwechsel von Juliet mit den einzelnen Personen einen guten Einblick in die Gegenwart erhalten hat, aber auch in die Vergangenheit. Die Bewohner erzählen ihr immer wieder, wie sie die Zeit des zweiten Weltkrieges durchlebt und empfunden haben.
Nur leider kamen die Emotionen etwas zu kurz. Mich konnte es leider nicht berühren, was ich sehr schade fand. Das Buch hätte das Potential dazu auf jeden Fall gehabt.

Die Geschichte um Juliet fand ich alles in allem sehr interessant. Man fiebert mit, ob sie wirklich die Dinge tut, die sie sich überlegt. Nur das Ende.. Das hat mir persönlich nicht gefallen. Es war dann doch zu kitschig und zu schnell abgehandelt. Hier hätte ich mir lieber noch zwei oder drei Briefe mehr gewünscht, um das Ganze abzurunden. So jedoch fand ich es leider nicht gelungen.

Mich hat der Aspekt fasziniert, dass Guernsey eigentlich gar nicht von strategischem Belang war für die Deutschen und sie dennoch die Insel besetzt haben. Und dann haben sie die Bewohner und Soldaten mehr oder weniger ihrem Schicksal überlassen. Die Deutschen haben zuerst sogar verboten, dass ein Schiff des roten Kreuzes mit Nahrungsmittel anlegen darf, bis sie nicht mehr länger nein sagen konnten. Wer weiss, ob die Bewohner sonst überlebt hätten.
Auch fand ich es interessant, dass manche der Bewohner, die man durch die Briefe kennen lernt, keinen Groll gegen die Deutschen hegen. Sie differenzieren die Soldaten, die mit ihrem Schicksal haderten und diejenigen, die wirklich grausam waren. Ich weiss nicht, ob ich das könnte, wenn ich von ihnen belagert werden würde. Daher habe ich grossen Respekt vor den Menschen, die zu Mitgefühl gegenüber diesen Soldaten fähig waren, obwohl sie die Opfer sind.

Generell finde ich den Schreibstil aber sehr angenehm, wenn man sich an die Briefform gewöhnt hat. Fand ich wirklich gut.

Die Charaktere sind wirklich gut gelungen. Viele von ihnen sind sehr tiefgründig, was auch an dem Erlebten liegt. Wirklich gut gelungen.

Das Cover passt sehr gut zur Geschichte, toll vom Verlag gestaltet.

Fazit

Das Ende hat mich leider nicht überzeugen können, da es viel zu schnell ging und nicht mehr zur Geschichte an sich gepasst hat. Daher bekommt das Buch von mir 4 Sterne.

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