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Rezension zu 'Die Liebe meines Vaters' von Sabine Eichhorst





Eckdaten
           
Verlag: Knaur
Klappenbroschur
368 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.02.2016
ISBN: 978-3-426-51665-2
Homepage des Verlages: ** hier klicken **







Klappentext

Als Loris Schorb 1930 in Budapest aus dem Zug steigt, verliert er sein Herz: Erst an die Stadt mit ihren Kuppeln und Brücken, ihrem pulsierenden Leben, den freundlichen Menschen, dem Duft von Mokka und warmem Mohnstrudel. Dann an die eigenwillige und kluge Éva, die zu allem eine Meinung hat, auch zur Politik. Drei Jahre lang reist Loris immer wieder nach Budapest - doch auch Éva liebt ihre Heimatstadt, und über das ferne Deutschland senkt sich bereits der Schatten des Nationalsozialismus. Kann es für sie und Loris eine gemeinsame Zukunft geben? Ende der 1950er Jahre verliebt sich in München die junge Maria in den Ungarn János. Als sie ihm eines Tages alte Familienfotos zeigt, deutet er auf eine junge Frau – und erkennt in ihr seine Tante, Éva. Der Mann an ihrer Seite ist Marias im Krieg verschollener Vater Loris ...

(Quelle: Knaur)

Meine Meinung

Das Buch nimmt seinen Anfang im Jahre 1930 in Budapest. Der angehende Lehrer Loris Schorb besucht das erste Mal Budapest und verliebt sich sofort in die Stadt - aber nicht nur die Stadt nimmt einen besonderen Platz in seinem Leben ein, auch sein Herz vergibt er an die schöne Eva. Die junge Frau vertritt ihre Meinung - auch in Sachen Politik. Die beiden geniessen drei Jahre lang immer wieder die Zeit, die Loris in der Stadt verbringt. Doch der Nationalsozialismus in Deutschland breitet seine Schatten bereits aus. Die beiden werden vor die Frage gestellt, ob ihre Liebe eine gemeinsame Zukunft hat.
Der zweite Teil des Buches spielt einige Jahrzehnte später, nämlich Ende der 50er Jahre. Die junge Maria verliebt sich in Janos, einen Ungaren. Sie zeigt ihm eines Tages ein Bild, worauf er sofort seine Tante wieder erkennt: Eva. Doch das ist nicht die einzige Überraschung. Denn der Mann an Evas Seite ist kein geringerer, als Marias verschollener Vater Loris.

Bücher, die um den zweiten Weltkrieg herum spielen, sind genau meins und daher habe ich mich riesig auf das Buch gefreut. Und es beruht auf einer wahren Begebenheit, was die Geschichte erst Recht reizvoll für mich gemacht hat.

Die ersten ca. 100 - 150 Seiten haben sich ein wenig gezogen. Die Liebesgeschichte von Loris und Eva finde ich ganz nett, aber ich hätte mir das ein wenig knackiger gewünscht. Dennoch fand ich gut, dass man einen Einblick in Budapest zu jener Zeit bekommen hat und wie die Menschen dort gelebt haben.

Richtig interessant wurde es, als der Krieg losging und man unter Anderem durch Briefe von Loris an seine Frau (ob dies Eva ist oder nicht, müsst ihr selbst herausfinden *zwinker*) miterlebte, wie sich ein Soldat an der Front fühlt. Besonders Loris Frau konnte ich zwar teilweise verstehen, aber meistens habe ich nur den Kopf geschüttelt. Ich fand es irgendwie schade, dass man mehrheitlich durch die Briefe von Loris erfahren hat, was sie ihm geschrieben und mitgeteilt hat.
Der ein oder andere Brief von ihr an ihn wäre toll gewesen. Aber ich weiss nicht, ob diese Briefe überhaupt noch existieren. Vielleicht ist deshalb kein Brief aus ihrer Sicht geschrieben worden.

Mir hat auf jeden Fall gut gefallen, dass man einen anderen Blick auf die Dinge bekommen hat. Und dem Leser wird aufgezeigt, was der Krieg mit Familien gemacht hat. Das ist sehr erschreckend und ich hoffe, dass die Menschen eines Tages zur Vernunft kommen und aufhören, sich ohne Grund einfach umzubringen. Das Leiden der Menschen, Hinterbliebene und Soldaten gleichermassen, kann nicht in Worte gefasst werden.

Der letzte Teil, mit Loris Tochter Maria, hat mir gut gefallen. Es war gut aufgelöst und man hat einige Dinge erfahren, die zwischen den Besuchen von Loris in Budapest und dem Krieg passiert ist. Und natürlich auch, was während und nach dem Krieg in Ungarn von sich gegangen ist. Hier hätte ich mir das Ganze ein wenig ausführlicher gewünscht, aber es war in Ordnung.

Die Personen finde ich gut beleuchtet. Nur Maria kam meiner Meinung nach ein Wenig zu kurz. Da hätte ich mir noch ein wenig mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Aber alles in allem sind die Charaktere gut geschrieben.

Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen. Ich bin fast nur so durch die Seiten geflogen und ich konnte mir alles sehr bildlich vorstellen. Leider haben mir aber die Emotionen ein wenig gefehlt. Das Gefühl, da ich erwartet hatte, blieb aus. Besonders der zweite Teil, mit Loris Briefen und seinem Fronteinsatz, hätte ich mir emotionaler vorgestellt. Es war jedoch eher nüchtern statt emotional. Das finde ich ein wenig schade.

Das Cover finde ich unheimlich schön! Es passt sehr gut zur Geschichte.

Fazit

Ein interessantes Buch, das die Zeit vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg aufzeigt - besonders in Budapest. Durch die paar Kritikpunkte erhält das Buch von mir 4 Sterne.

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