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Rezension zu 'Centum Night - Freier Fall' von Lou Timisono

 



Eckdaten

Verlag: Balladine Publishing
Taschenbuch
ca. 350 Seiten
ISBN 9783945035177
Homepage des Verlages: ** hier klicken **










Worum geht es?

Europa versinkt im Chaos. Die Privilegierten schließen sich in immer größerer Zahl der Coastal Alliance an, um ihre Vorherrschaft zu retten. Die Alliance verhilft der Elite zu einem paradiesischen Leben im Luxusrefugium Youbeau-Naxton, während die verarmte Bevölkerung umgeben von Müllbergen in den Ruinen der vom Verbrechen beherrschten Crime Zone Bonnieville hausen muss.

Zwischen diesen Territorien befindet sich die Hochsicherheitszone Solocity. Die Solos werden in monotoner Bedürfnislosigkeit gehalten. Sexuelles Verlangen und die Sehnsucht nach menschlicher Nähe werden auf hohem technologischen Niveau kontrolliert abgebaut. Freundschaft und Liebe sind verboten.

Für die Mächtigen in ihren AquaPalaces und Artlands der heilen Welt Youbeau-Naxtons gilt das nicht. Sie holen sich ihren Kick im Kellerlabyrinth von Jubal Luz und Sandy Barbosa, zwei Big Shots in Bonnieville. Die Younax ahnen nicht, dass die beiden Männer sie nur als Köder benutzen. Luz und Barbosa haben eine andere Beute im Visier.

Agent Eddie Bellefleur lebt in Solocity und ermittelt im Dienst des Younax Committee. Obwohl er die Werte des Committee loyal verteidigt, steht er zu seinen Freunden: Dr. Reinhard in Bonnieville und Officer Blue Wilmot von der Secor Troop. Als Blue sich in die atemberaubende Simi verliebt, verrät Eddie ihn nicht und riskiert so die Höchststrafe - die Ausweisung nach Bonnieville.

Seit einiger Zeit brodelt es in der Crime Zone. Das Committee will den drohenden Aufstand durch ein Gesetz im Keim ersticken. Der Centum Act soll den Bewohnern von Bonnieville Hoffnung auf eine bessere Zukunft machen. Doch die zum Äußersten entschlossene Group 99 heizt die Stimmung unter den Verzweifelten weiter an. In diesem Spiel gibt es nur eine Regel: Macht ist alles, was zählt.

Da geschieht das Undenkbare. Im gewaltfreien Solocity beginnt eine rätselhafte Mordserie. Eddie erhält bei seinen Nachforschungen Hinweise auf ein weitgespanntes Netz aus Verrat und verborgenen Leidenschaften, das bis in die Spitze des Regimes reicht. Kann er einen neuen Civil War verhindern?

Lou Timisono entwirft mit ihrem Roman "Centum Night" ein schockierendes Zukunftsszenario. Das Buch ist eine tabulose Abrechnung mit einer von unstillbarem Machthunger, ausufernder Gewalt und emotionaler Verkümmerung geprägten Gesellschaft - eine orwellsche Vision für das 21. Jahrhundert.

 
(Quelle: Balladine Publishing)

Meine Meinung

Da ich bisher kaum Dystopien gelesen habe, war ich sehr neugierig auf das Buch. Die Beschreibung klingt für mich richtig gut.

Die Idee hinter allem finde ich super. Dass die Gesellschaft in drei 'Gruppen' eingeteilt wird und diese so strikt voneinander getrennt sind, finde ich ein erschreckender Gedanke. Und doch muss ich sagen, ist es heute ähnlich. Wir haben auch mehrere Schichten, auch wenn sie nicht so extrem abgegrenzt werden, wie in 'Centum Night'.

Was mich in meinem Lesefluss sehr gestört hat, sind die vielen technischen Begriffe - oder auch Begriffe, die man gut auf Deutsch hätte lassen können, die dann in Englisch gehalten wurden (ich spreche Englisch, aber es war doch ziemlich mühsam). Hinten im Buch gibt es zwar eine Erklärung zu jedem Begriff. Doch wenn ihr ehrlich sein soll, möchte ich nicht 10 Mal oder mehr für 1 Buchseite (!) nach hinten blättern.
Ich möchte das Buch geniessen können und gehe davon aus, dass vielleicht das ein oder andere automatisch erklärt wird. Bei ein paar Begriffen war dies auch der Fall, aber erst gegen Mitte des Buches. Daher hatte ich meine liebe Mühe in das Buch einzufinden.
Was mich auch verwirrt hat, sind die vielen Namen. Auch hier konnte ich dem Ganzen am Anfang nicht folgen und auch später bin ich immer wieder über die Namen gestolpert und musste sie zuerst ordnen (was mich nicht immer gelungen ist).

Die Charaktere an sich waren okay, aber nichts besonderes. Mir hat die Tiefgründigkeit bei einigen Hauptprotagonisten gefehlt.

Was mir gut gefallen hat, war die gewisse Härte. 'Centum Night' ist auf jeden Fall ein Buch für Erwachsene ab 18 Jahren - nicht nur wegen der Gewalt, sondern eben auch wegen den vielen Begriffen. Ich denke, jüngere Leser haben sicherlich mehr Mühe dem Ganzen zu folgen, als Erwachsene. Auf jeden Fall fand ich es klasse, dass es auch Blut, Sex und Gewalt gab. Das hat dem Ganzen etwas Action verliehen.

Was ich von den Ereignissen am Ende halten soll, weiss ich noch nicht. Mit einigen Dingen habe ich Mühe. Mir wurde es zu schnell behandelt oder waren meiner Meinung nach nicht nötig. Und es bleibt ein Cliffhanger, obwohl das Ende so offen ist, dass die Fantasie des Lesers angeregt ist und man sich selbst ausmalen kann, was da vielleicht noch passieren wird.

Den Schreibstil fand ich mehr oder weniger okay. Aber auch hier muss ich sagen, dass des Lesefluss bestimmt besser gewesen wäre, wenn es nicht so viele Fachbegriffe gehabt hätte. Das hätte das Ganze wirklich aufgelockert, wenn es einfacher geschrieben worden wäre.

Das Cover finde ich okay, aber gehört für mich nicht zu den schönsten in meinem Bücherregal.

Fazit

Da mir die Idee zwar gefallen hat, die Umsetzung aber leider nicht so gelungen ist, erhält das Buch von mir 'nur' 3 Sterne.

Danke an den Verlag und Literaturtest für das Rezensionsexemplar.

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