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[Aktion] Halloween-Woche - TAG 7 bei Leseblick

Guten Morgen ihr Lieben :)

Nachdem ich gestern meinem Beitrag habe ausfallen lassen, mache ich heute beim letzten Tag mit. Wie immer findet ihr die Infos bei der lieben Andrea von Leseblick **hier**


Die heutige Tagesaufgabe lautet: Wenn ihr ein Buch im Bereich Horror schreiben würdet, schreibt mir einen kleinen Einblick (z.B. den Prolog) in eure Geschichte. Gerne schon in fertiger Textform. Wenn ihr absolut nichts „aufs Papier“ bekommt, teilt mir doch mit, worum es bei euch gehen würde

Das Thema ist mein persönliches Highligt und hat mich dazu animiert, nach fast drei Jahren wieder etwas zu schreiben. Ich bin sehr gespannt, was ihr dazu sagen werdet. Und wer weiss, vielleicht gibt es irgendwann mehr als den Prolog.

Bluttage
Prolog

Sacht fahre ich mit dem Finger über die Narbe – beginnend bei der linken Augenbraue, dann über meine Wange, bis hin zu meinem Kinn. Ich werde die Schmerzen nie vergessen; genauso wenig wie die Augen meines Peinigers.

Ich erinnere mich an kaum etwas, ausser an die Schmerzen und diese silbernen Augen, die bei jedem Schrei von mir aufleuchteten. Egal wie sehr ich versuche, mich zu erinnern, es gelingt mir nicht. Stattdessen werde ich mit stechenden Kopfschmerzen und einem dumpfen Pochen meiner Narbe belohnt.
Nach meiner Flucht verbrachte ich einige Wochen im Krankenhaus und in meinem Dämmerzustand, in dem ich mich die erste Zeit befand, schnappte ich immer wieder einige Gesprächsfetzen der Polizisten auf, die mich befragten oder der Ärzte, die für mich sorgten. Lange Zeit ergaben die Worte keinen Sinn für mich, doch inzwischen weiss ich, dass kein Mensch für meine Qualen verantwortlich ist.
Aber soll ich den Gerüchten glauben, die seit einiger Zeit umgehen? Oder ist das bloss die Phantasie einiger Journalisten, die keine andere Erklärung für die furchtbaren Verbrechen haben der letzten Monate haben? Vampire… Für mich bisher nur ein Mythos und ich muss ehrlich gestehen, dass ich ihre Existenz anzweifle.

Woher kommen aber die vielen Augenzeugen, die angeblich einen oder mehrere Vampire gesehen haben? Ich habe dafür keine Erklärung. Genauso wenig, wer mein Entführer sein könnte. Ich weiss nur, dass ich mich an ihm rächen werde, koste es, was es wolle. Er wird für meinen Schmerz bezahlen, mehrfach. Mir ist egal, ob er ein Vampir oder was auch immer ist. Mein Leben hat er zerstört, nichts mehr ist, wie es einmal war.

Für die Menschen, die nicht wissen, dass ich zu den wenigen Opfern des Serientäters gehör, die überlebt haben, bin ich ein Monster. Das klingt hart? Ich finde keine andere Worte dafür, denn wenn ich durch die Strassen laufe, starren sie mich an; oder besser gesagt, meine Narbe.
Sie sollten sich die Frage stellen, wie sie sich fühlen würden, mit einem solchen Makel durch die Gegend laufen zu müssen. Ich fühle mich dabei nicht wohl, aber ich verstecke mich nicht. Er hat meinen Körper gebrochen, aber meine Seele und meinen Willen nicht. Oh nein, mein Wille ist stärker denn je und nichts wird daran etwas ändern.

Langsam drehe ich mich im Kreis und betrachte die restlichen Narben auf meinem Körper. Einige sind kaum zu sehen, während andere Wunden schlecht verheilt sind und hässliche wulstige Narben hinterlassen haben.

Nachdem ich damals das Krankenhaus verlassen konnte, wollte ich den grossen Spiegel an meinem Kleiderschrank zuerst verhüllen. Aber dann sagte ich mir: Lass dich nicht unterkriegen!

Und seither betrachte ich mich jeden Tag aufs Neue, präge mir jede Narbe ein, jede noch so kleine Erhebung an meinem Körper. Wenn ich ihn finde, werde ich ihn damit konfrontieren, was er aus mir gemacht hat. Bis daher versuche ich, das Beste aus der Situation zu machen.

Nach einem kurzen Blick auf den Wecker auf meinem Nachttisch ziehe ich mich an. Ich darf meinen Termin nicht vergessen; einen Termin, der darüber entscheidet, ob ich meinem Peiniger einen Schritt näher bin.
Darüber sollte ich mich freuen, aber mein Bauchgefühl rät mir von dem Treffen ab. Wieso? Was kann schlimmer sein, als entführt und beinahe getötet zu werden? Ich beschliesse, mein Bauchgefühl zu ignorieren, mache mich fertig und verlasse schliesslich meine Wohnung.
Auf der Strasse wimmelt es nur so von Menschen, obwohl es schon nach 23 Uhr ist, und ich kann perfekt in der Menge verschmelzen. Ich halte den Kopf gesenkt, da ich die Blicke der Fremden nicht sehen will. Heute ist ein Tag, da hätte ich etwas Dummes getan, da bin ich mir sicher. Daher entscheide ich mich dafür, meine Mitmenschen zu ignorieren.

Eine gefühlte Ewigkeit später erreiche ich den Treffpunkt, einen kleinen Park einige Kilometer von meinem Appartement entfernt. Hier habe ich mich früher immer sicher gefühlt, heute jedoch muss ich den Drang unterdrücken, einfach wegzurennen. Ich schlenderte zu einer Parkbank, die etwas abseits steht und setze mich hin.


Ich weiss nicht genau, wie der Mann aussieht, der mich vor ein paar Tagen angerufen hat und nur gesagt hat: ‚Ich habe Informationen zu ihrem Entführer‘.

Mir ist bewusst, dass es eine Falle sein könnte, aber ich tappe seit Monaten im Dunkeln und hoffe, nun endlich etwas Lichts ins Dunkle zu bringen. Nervös tippe ich mit der Fussspitze auf dem Boden und sehe mich um. Niemand ist zu sehen. Ein Blick auf meine Armbanduhr zeigt mir, dass meine Verabredung nur noch eine Minute hat, eher er zu spät kommt. Ob er sich wirklich zeigt? Oder hat sich jemand mit mir einen üblen Scherz erlaubt?
Ein weitere halbe Stunde vergeht und gerade, als ich aufbrechen will, erkenne ich jemanden in einem dunklen Mantel, der auf mich zugeht. Ich fühle mich mit jedem Schritt, den der Unbekannte auf mich zugeht, unwohler und weiss nicht, ob ich nicht doch gehen soll. Doch ehe ich mich entscheiden kann, ist der Mann bei mir. Er hält den Kopf gesenkt, so dass ich sein Gesicht nicht richtig erkennen kann.

‚Sie sind Faith.‘

Eine Feststellung, keine Frage. Also wird dies derjenige sein, der mich angerufen hat.

‚Mit wem habe ich die Ehre?‘, frage ich, bemüht meine Stimme ruhig zu halten.

‚Das werden Sie früh genug erfahren. Ich muss Sie bitten, mich zu begleiten.‘

Ehe ich etwas erwidern kann, hebt er den Kopf. Silberne Augen blicken mich an. Und dann sind da nur noch meine Schreie.

Kommentare

  1. Bäm! Cool!
    Ich bin zwar kein Fan von Vampiren, lesen schon, aber mir tun es dann doch eher die Hexen an, aber hier würde ich eindeutig weiterlesen wollen. Böser Cliffhanger, aber so muss es ja sein :)

    Übrigens merkt man, dass du dich schon mal mit Schreiben beschäftigt hast, da kommt mir mein Text ja fast wie Kindergarten vor ;) Ich habe meine Idee in Wörter gepackt, du hast deine Idee mit Wörtern geschmückt. Hast du wirklich drauf. Toll.
    Wäre eine Idee, sowas öfters zu machen oder??? :P

    Liebste Grüße und danke für die tolle Woche. Mit den Punkten werde ich mich später auseinander setzen und es euch mitteilen :)

    Nächstes Jahr gerne wieder, nur in einem größeren Umfang und ein wenig geplanter, hab gemerkt, dass der Alltag mich die Woche ab und zu aufgefressen hat und ich nicht das Herzblut in die Aktion stecken konnte, wie ich wollte.

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    1. Huhu Liebes :)

      Ich stehe total auf Vampire und ich hatte gerade Lust, was in die Richtung auf Papier zu bringen :D
      Freut mich aber sehr, dass es dir gefällt und dich der Prolog zum Weiterlesen animieren würde!

      Vielen Dank für das Kompliment! *rotwerd* Mal sehen, ob ich wieder mehr schreibe und meine Kreativität endlich zurückkehrt.

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  2. *hüstel*
    Das ß ist nicht ausgestorben ;)
    außer, bloß, Straße ... existieren immer noch :P

    Ansonsten, super Prolog!
    Macht wirklich Lust auf mehr - also ich würde weiterlesen :)
    Was hast du denn früher geschrieben?
    Nur für dich oder auch irgendwo hochgeladen?

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    1. Huhu :)

      Wie auf FB schon erwähnt - hier in der Schweiz gibt es euer Doppel-S leider nicht. Daher wird bei meinen Texten, Rezis etc. immer -ss stehen :) Daher... :D

      Danke :)
      Ich habe Fanfictions geschrieben, aber auch eigene Geschichten. Fantasy, Thriller... so in die Richtung.
      Ich habe auf Fanfiktion.de hochgeladen - die Geschichten sind da immer noch zu finden.

      Liebe Grüsse :)

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  3. Sabrina! :-) Das ist ja echt super, dein Text. - Hat total Spaß gemacht, ihn zu lesen. Auch ich kann ja eher wenig mit Vampiren anfangen, aber dein Prolog ist trotzdem sehr fesselnd. Würde ich glatt weiterlesen, wenn es denn weitergehen würde. ;) Ich finde, du hast Talent und solltest das unbedingt weiter ausbauen!
    Du hast damals Fanfictions geschrieben? Über wen denn?

    Ganz liebe Grüße ♥, Janine

    P.S.: Heißt das, deine Tastatur hat auch gar kein scharfes ß?

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  4. Huhu Janine :)

    Freut mich sehr, dass dir der Text gefallen hat. Ich weiss noch nicht, ob ich weiter schreibe. Wenn ich Lust und Laune habe und mich die Muse küsst, dann auf jeden Fall :)

    Phu, das waren verschiedene Bereiche. Manche Geschichten sind gar nie online gestellt worden und dümpeln noch so vor sich hin... Andere sind zum Teil mal online gekommen, aber ich habe leider nicht mehr die Lust gefunden, sie weiter zu schreiben. Ich hoffe, das ändert sich mal.
    Mit der Zeit habe ich aber für mich entschieden, dass ich eigene Geschichten schreiben möchte, um mir die Möglichkeit zu erhalten, sie vielleicht mal zu veröffentlichen. Aber das ist noch lange hin und bisher einfach ein Traum.

    Jap, wir haben kein scharfes S auf unserer Tastatur :)

    Liebe Grüsse

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    1. Klar, sich zum Schreiben zu zwingen ist auch nichts .. ;) Vielleicht bist du in nächster Zeit ja tatsächlich mal wieder motiviert und inspiriert und schreibst eine eigene Geschichte. Und dann hast du immer noch die Möglichkeit, diese eines Tages zu veröffentlichen, das stimmt. Finde ich echt toll! :)

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