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Rezension zu 'Neunzehn Minuten' von Jodi Picoult



Eckdaten





Verlag: Piper
Übersetzer: Klaus Timmermann, Ulrike Wasel
Taschenbuch
480 Seiten
ISBN: 978-3-492-25398-7
Erscheinungsjahr: 2009
Homepage des Verlages: ** hier klicken **








Klappentext

»Es ist vorbei, sagte er. Doch das war es nicht, es fing gerade erst an.« Nach seiner unaussprechlichen Bluttat in der Sterling Highschool zweifelt niemand an der Schuld des 17-jährigen Peter Houghton. Doch während der kleine Ort mit den Folgen dieser 19 Minuten zu ringen hat, wird das Rätsel um den Ablauf der Tragödie immer größer …
Die Bestsellerautorin Jodi Picoult lotet die Hintergründe von großer Schuld und der verzweifelten Suche nach Gerechtigkeit aus.

(Quelle: Piper)

Meine Meinung

Als der 17-jährige Peter Houghton eines Morgens in die Schule kommt, ist nichts mehr wie es war. Denn innerhalb 19 Minuten begeht er eine unaussprechliche Bluttat an der Sterling Highschool. Doch während der kleine Ort sich zuerst mit der Tragödie zurecht finden muss, offenbart sich das wahre Ausmass dessen, was hinter der Tat steckt.

Amokläufe an Schulen... Ich finde, ein sehr aktuelles Thema, auch wenn das Buch inzwischen 6 Jahre alt ist - erst vor Kurzem war wieder zu hören, wie in den USA ein Schüler Amok gelaufen ist... Und wieder stellt sich einem die Frage: Was treibt einen Menschen dazu, eine solche Tat zu begehen?

Diese Frage begleitet einen auch durch 'Neunzehn Minuten'. Immer wieder wird man mit Peters Leben vor dem Amoklauf konfrontiert - mit Rückblenden zu verschiedenen Wendepunkten in seiner Kindheit und Jugend.
Und mehr als einmal konnte ich nachvollziehen, was er durchmachen musste. Ich war selbst nie sonderlich beliebt und eher eine Einzelgängerin. Und es gab auch Zeiten, da wurde ich gemobbt... Da kann man durchaus auf komische Gedanken kommen. Dennoch muss ich sagen, dass egal was andere Menschen einen aus Neid, Hass oder einfach nur aus Gemeinheit einem antun: Nichts rechtfertigt, dass man mit einer oder mehreren Waffen in eine Schule stürmt und diese Menschen, sowie Personen, die mit allem nichts zu tun haben, erschiesst.

Aber eben - es ist nicht so, dass ich Peter gar nicht verstehe. Ich habe durchaus Verständnis für seinen Hass, seine Enttäuschung und seine Verbitterung. Nur kann ich nicht verstehen, wieso er soweit gegangen ist - ich bin mir sicher, ein paar Jahre mehr und er hätte alles hinter sich gelassen.

Amokläufe sind immer schwer zu verstehen - wenn man es denn überhaupt kann. Und genau das zeigt Jodi Picoult in diesem Buch wirklich gut. Sie bringt die Emotionen von Peter sehr gut rüber, aber auch die Emotionen der restlichen beteiligten - seinen Eltern, die Überlebenden, aber auch die Angehörigen der Getöteten.
Für mich ein Meisterwerk, das man gelesen haben muss und das sehr zum Nachdenken anregt. Vielleicht führt es dem ein oder anderen, der sich selbst in einer Situation wie Peter befindet, vor Augen, dass ein Amoklauf keine Lösung ist.

Die Charaktere finde ich alle sehr gelungen, auch wenn ich Josie am Ende nicht ganz verstanden habe. Für mich war eine Entwicklung bzw. eine Entscheidung von ihr nicht ganz 100 % klar.

Das Cover finde ich okay, aber mir gefallen andere Cover besser.

Fazit

Ein Buch, das sehr zum Nachdenken anregt und erschreckend realitätsnahe ist! Für mich klare 5 Sterne.

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Kommentare

  1. Huhu Sabrina,

    mir hat "19 Minuten" auch sehr gut gefallen - genau wie du schreibst, schafft es die Autorin, dass man sich in die verschiedenen Personen reinversetzen kann und sie besser versteht. Bei mir ist es schon etwas her, dass ich das Buch gelesen habe, aber es ist mir immer noch gut in Erinnerung. Schöne Rezi!

    LG Sabine

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