Mittwoch, 16. September 2015

Rezension zu 'Runa' von Vera Buck






Eckdaten





Verlag: Limes
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
608 Seiten
ISBN: 978-3-8090-2652-5

Erschienen am: 24.08.2015
Homepage des Verlages: ** hier klicken **










Klappentext

"Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben."
Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der Nervenarzt die Frauen vor seinem Publikum tanzen. Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fortschneiden. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis …
(Quelle: Limes)


Meine Meinung


Als erstes muss man zu diesem Buch sagen, dass der Klappentext etwas verspricht, dass dann doch anders ist, als man es vielleicht erwartet. Die Salpêtière-Klinik steht stark im Vordergrund - das stimmt. Und auch die Experimente, die an den Frauen durchgeführt werden, haben eine grosse Bedeutung.

Doch leider kommt Runa viel zu kurz! In den ersten Kaptiel wird sie leider nur kurz erwähnt; das ändert sich zwar später, aber sie hat trotzdem nur eine kleine Rolle. Wenn man da den Buchtitel betrachtet, könnte man doch davon ausgehen, dass sie die Hauptperson in dem Buch ist. Doch das ist Jori...

Was sehr dominant in dem Buch ist, sind die medizinischen Aspekte. Obwohl man ein wenig davon ausgehen kann, habe ich nicht damit gerechnet, dass es so viel medizinischen Inhalt hat. Man kann spüren, dass Vera Buck sehr viel Recherche betrieben hat - auch wenn man selbst nicht so viel Vorwissen über Hysterie etc. hat. Es ist erschreckend, was mit den Patientinnen in dieser Klinik passiert.
"Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben."

Dieser Satz steht zu Recht auf dem Klappentext und wird auch im Buch am Anfang genannt. Ich denke, das passt sehr gut zu dieser Klinik. Denn die Frauen haben keine Chance, gesund zu ihren Familien zurück zu kehren. Für mich ist es noch erschreckender, dass das Buch zum Teil auf wahren Begebenheiten beruht; wie kann man Menschen so quälen?
Mir ist durchaus bewusst, dass die Zeiten damals noch etwas anders waren als heute. Dennoch hat mich das Buch oft schockiert und sprachlos zurückgelassen, da ich nicht verstehen kann, wie die Ärzte und anderen Angestellten solche Dinge tun konnten bzw. zulassen konnten.

Die Geschichte um Runa finde ich ganz interessant - ich hätte mir mehr von ihr gewünscht. Mehr Runa, mehr über ihren Hintergrund... Ja, einfach mehr über dieses geheimnisvolle Mädchen. Das hat mir, wie oben schon erwähnt, wirklich sehr gefehlt.

Ein Punkt hat mich gestört: Die Szene mit einem Kaninchen, welches leider sein Leben lassen musste (wie, müsst ihr natürlich selbst lesen). Ich mag solche Szenen einfach nicht, besonders wenn Tiere leiden müssen. Daher... für mich ein Minuspunkt - hätte nicht sein müssen.

Das Ende lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Ein Teil finde ich gelungen, aber einen Teil - wieder Runa betreffend - hätte ich mir anders gewünscht.

Der Schreibstil von Vera Buck hat es mir erleichtert, auch mit den medizinischen Teilen sehr gut voran zu kommen. Ich mag es, wie sie schreibt und habe es genossen, das Buch zu lesen. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und ich hatte mehr als einmal Gänsehaut, wenn beschrieben wurde, was man mit den Patientinnen macht.

Nun zu den Charakteren; die Nebencharaktere fand ich sehr interessant, wenn auch zum Teil verwirrend. Manche Charaktere mochte ich lieber, als andere.
Was ich von Jori halten soll, weiss ich nur teilweise. Einerseits hat er Gewissensbisse und gute Absichten, andererseits schreckt er nicht davor zurück, selbst Hand an die Patientinnen zu legen. Wirklich sympatisch ist er mir aber nicht, das muss ich zugeben.

Runa... Ich mag sie, auch wenn man leider nicht so viel über sie erfahren hat. In ihr schlummert ein sehr intelligentes Kind, das grausame Dinge erleben musste. Daher finde ich ihr Verhalten äusserst interessant und hätte gerne mehr davon erfahren.

Und zum Schluss noch das Cover: Es ist klasse! Einfach grandios! Mich hat es sofort in seinen Bann gezogen und es ist ein wahrer Hingucker im Regal.  


Fazit


Leider hat der Inhalt nicht gehalten, was mit dem Klappentext versprochen wurde - und es kam viel zu wenig Runa vor. Daher bekommt das Buch von mir leider nur 3 Sterne.
 
Dank geht an


für das Rezensionsexemplar

Kommentare:

  1. Habe schon bei der Rezi von Andrea gemerkt, dass das Buch wohl nichts für mich ist. Schade... Fand das Cover und den Klappentext auch sehr viel versprechend:)

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  2. Hallo Sabs,

    und auch dank deiner Rezension glaube ich, dass das Buch dann eher etwas für mich ist. Die Klinik finde ich total interessant.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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