Montag, 11. Mai 2015

Rezension zu Tiere Essen von Jonathan Safran Foer

Hallo ihr Lieben :)

Ich habe es endlich geschafft und habe heute eine neue Rezension für euch :) Dieses Mal geht es um ein Sachbuch und zwar 'Tiere Essen von Jonathan Safran Foer.


Verlag: Fischer
400 Seiten
ISBN 978-3-596-18879-6

Homepage des Verlages: ** hier klicken **

Klapptext:

›Tiere essen‹ ist ein leidenschaftliches Buch über die Frage, was wir essen und warum. Als Jonathan Safran Foer Vater wurde, bekamen seine Fragen eine neue Dringlichkeit: Warum essen wir Tiere? Würden wir sie auch essen, wenn wir wüssten, wo sie herkommen?
Foer stürzt sich mit Leib und Seele in sein Thema. Er recherchiert auf eigene Faust, bricht nachts in Tierfarmen ein, konsultiert einschlägige Studien und spricht mit zahlreichen Akteuren und Experten. Vor allem aber geht er der Frage auf den Grund, was Essen für den Menschen bedeutet.


(Quelle: Fischer Verlag)
Rezension:

Bevor ich zu meiner Rezension komme, möchte ich kurz etwas festhalten:
Ja, ich bin Vegetarierin - aber nein, ich zwinge niemanden meine Einstellung dazu auf, solange man mir meinen Lebensweg nicht madig redet. Wieso schreibe ich das? Dieses Buch ist sehr faktenreich und sehr sehr kritisch was die Massentierhaltung angeht (zwar in den USA, aber die Fakten sind dennoch sehr aufrüttelnd).
Egal welche Meinung ich hier reinschreibe: Ich greife niemanden persönlich an! In dem Sinne, nun meine Rezension :)

Zuerst zum einfachen Teil:
Der Schreibstil ist unheimlich gut! Mir ist es sehr leicht gefallen, das Buch zu lesen - es war eher der Inhalt, der dafür gesorgt hat, dass ich das Buch über mehrere Wochen gelesen habe. Jonathan Safran Foer hat sehr gut recherchiert und das merkt man auch.

Und nun zum eher schwierigen Teil:
Mir fällt es unheimlich schwer meine Gedanken in Worte zu fassen. Dieses Buch hat mich sehr tief berührt. Ich kann nicht verstehen, wie Menschen Tiere wie eine Sache behandeln können! Ganz egal ob ein Tier gegessen wird oder nicht: Es ist ein fühlendes Wesen, das ein schönes Leben verdient hat!
Ein Beispiel, das für viele weitere Dinge steht:
Schweine sind sehr intelligente und soziale Tiere. Sie haben eine Rangordnung in ihrer Gemeinschaft und, wenn sie genug Platz haben, teilen sie sogar ihre Umgebung in 'Räume' auf. Ein Schwein würde niemals freiwillig an dem Ort schlafen, an dem es sein Geschäft verrichtet - das ist schlicht und ergreifend gegen seine Natur! Ein Schwein hat einen Ort zum Schlafen, einen Ort, wo es herzlich im Dreck suhlen und wühlen kann und es hat einen Ort, wo es sein Geschäft verrichtet.
Zudem hat eine Herde Schweine hat starke soziale Struktur - eine Hackordnung so zu sagen. Jeder hat seinen Platz in der Herde und so wird die Harmonie gewährleistet. Auch die Aufzucht der Jungtiere wird sehr führsorglich gehandhabt und es werden kaum bis gar keine Ferkel von der Mutter erdrückt, da sie genügend Platz haben und sich ohne Probleme hinlegen können.
In der Massentierhaltung werden diese Eigenschaften einfach ignoriert und die Instinkte der Tiere unterdrückt. Das sind die Gründe, weshalb eine Muttersau ihre Ferkel erdrückt und die Schweine sich gegenseitig attackieren - sie können nicht so handeln, aufgrund der Haltung und des Platzmangels, wie es ihrer Natur entspricht.

Die Massentierhaltung nimmt enorme Einschnitte in der Natur der Tiere vor - und sie können sich nicht zur Wehr setzen! Fast 100 % der Tiere kann nur überleben, weil sie mit Medikamenten vollgestopft werden, da sie sonst in dieser unnatürlichen Umgebung und bei der Haltung nicht überlebensfähig werden.
Aber nicht nur Schweine, auch Rinder und Hühner leiden - wobei erstere es noch am Besten von allen haben.

Mich persönlich hat, obwohl ich darüber schon Bescheid wusste, sehr beschäftigt, wie die Mitarbeiter der Mastbetriebe und der Schlachthäuser mit den Tieren umgehen. Pervers wäre noch eine Untertreibung - ich finde einfach nicht die richtigen Worte um zu beschreiben, was ich von diesen Menschen halten.
An dieser Stelle möchte ich nicht wiedergeben, was Jonathan Safran Foer in diesem Buch dazu geschrieben hat - es ist sehr brutal und ich möchte jüngere Leser meines Blogs nicht unnötig schockieren. Aber ich kann euch sagen, dass mir sehr oft beim Lesen schlecht wurde, weil die Grausamkeiten, die den Tieren angetan werden, einfach unbeschreiblich sind - unbeschreiblich schrecklich und grausam!

Auch wenn man vielleicht selbst kein Veganer oder Vegetarier ist und man auch nicht vorhat, diesen Weg einzuschlagen, hoffe ich, dass die Menschen, die dieses Buch lesen, wirklich ernsthaft über alles nachdenken. Ich bin überzeugt davon, wenn die Konsumenten mehr darauf achten würden, welche Qualität das Fleisch hat und nicht einfach nur Billigware konsumieren möchte, dann könnte ein grosser Teil des Tierleides abgeschafft werden.
Ich mache mich keine Illusionen davon, dass eines Tages niemand mehr Fleisch isst! Ich weiss, dass dies nie der Fall sein wird. Aber ich hoffe, dass die Leute bereit sind, mehr Geld auszugeben und dafür ein weniger Fleisch (oder aber auch Fisch, da ist das Problem auch tragisch) zu konsumieren. Wenn alle an einem Strang ziehen, ist vielleicht die Tierhaltung, wie sie heute geführt wird, nicht mehr nötig - denn wir produzieren ohnehin ein Vielfaches der Menge, die wir eigentlich benötigen würden. Wenn man bedenkt, wie viel wieder in den Mülleimer wandert...

Was mir an dem Buch gut gefallen hat, ist, dass der Autor auch Stimmen aus diversen Bereichen wiedergegeben hat. Immer wieder findet man kurze Kapitel, in denen z.B. eine Tierschützerin zu Wort kommt oder auch ein Betreiber eines Mastbetriebst. Die Verschiedenen Sichtweisen vor Augen geführt zu bekommen, hat mich persönlich sehr beeindruckt - auch wenn ich nicht überall einer Meinung war.

Mein Fazit zu diesem Buch:
Ein Muss für jeden, der sich mit diesem Thema beschäftigt! Und vielleicht auf für diejenigen unter euch, die ein wenig mehr darüber wissen möchten. Auf jeden Fall ein klarer Buchtipp! Fünf Sterne von mir!

Kommentare:

  1. *schwupp*
    Und da bin ich schon :)
    Erinnert mich an die Tierdokus die es zu dem Thema gibt. "Leider" sind die meist aus den USA und dort ist es ja nochmal einen ticken schlimmer als hier, von der Masse her - vor allem geht es dort mit der Ackerwirtschaft weiter, wo eigtl alles genetisch verändert werden darf, alles mit giftigen Stoffen bearbeitet darf, hauptsache: Viel und Groß!

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    1. Huhu :)

      Ja, das stimmt - meistens sind die Berichte etc. aus den USA - eben auch dieses Buch. Dennoch fand ich es interessant. Ich finde es auch krass, was man da so alles darf... Man sieht, wohin das alles führen kann. Wer weiss, wie weit es bei uns (ich komme ja aus der Schweiz) kommen wird - es reicht ja schon, was in unseren Ländern abgeht.
      Wenn dich das mit den USA jetzt nicht abschreckt, dann würde ich dir das Buch wirklich empfehlen. Regt auch zum nachdenken an, wenn man nicht dort lebt.

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