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Rezension zu Der Hexenschöffe von Petra Schier

Hallo ihr Lieben :)
 
Es ist wieder soweit und ich habe eine Rezension für euch. Dieses Mal zum Buch 'Der Hexenschöffe' von Petra Schier. Ich habe mich schon seit jeher für das dunkle Mittelalter und die damit verbundenen Hexenverfolgungen interessiert. Daher war dieses Buch ein absolutes Must-Read für mich!
Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.
 

Verlag: Rowohlt
512 Seiten
ISBN 978-3-499-26800-7

Erschienen: Oktober 2014
Homepage des Verlages: ** hier klicken **
 
Klapptext:
 
Eine wahre Geschichte aus dunkler Zeit

Anno 1636 ist ganz Deutschland vom Hexenwahn ergriffen. Schon einige Jahre zuvor traf es auch das beschauliche Rheinbach – eine Zeit, an die sich keiner gern erinnert. Und nun hat der Kurfürst den Hexencommissarius erneut in die Stadt beordert.

Hermann Löher, Kaufmann und jüngster Schöffe am Rheinbacher Gericht, hat Angst um Frau und Kinder. Sein Weib Kunigunde gehört zur «versengten Art»: Angehörige ihrer Familie wurden damals dem Feuer überantwortet. Löher glaubt nicht an Hexerei und an die Schuld derer, die vor Jahren den Flammen zum Opfer fielen. Eine gefährliche Einstellung in diesen Zeiten.

Als die Verhaftungswelle auch auf Freunde übergreift, schweigt der Schöffe nicht länger. Und schon bald beginnt für ihn und seine Frau ein Kampf gegen Mächte, die weit schlimmer sind als das, was man den Hexen vorwirft ...


(Quelle: Rowohlt)

Rezension:

1636 - Ganz Deutschland ist vom Hexenwahn ergriffen. Bereits einige Jahre zuvor wurde das beschauliche Rheinbach von diesem Wahn heimgesucht - eine Zeit, an die sich niemand gerne erinnert. Nun hat der Kurfürst den Hexenkommissar erneut in die Stadt beordert...
Hermann Löher, Kaufmann und jüngster Schöffe am Rheinbacher Gericht, hat Angst um Frau und Kind - seine Frau Kunigunde gehört zur 'versengten Art', da Angehörige ihrer Familie bereits den Flammentod gestorben sind. Der Schöffe glaubt nicht an Zauberei und die Schuld derer, die den Flammen zum Opfer fielen. Eine gefährliche Einstellung in diesen Zeiten.
Als die Verhaftungswelle auch auf Freunde übergreift, schweigt Hermann Löher nicht länger - und schon bald beginnt für ihn und seine Familie ein Kampf gegen Mächte, die weit schlimmer sind, als das, was man den Hexen vorwirft...

Es ist erschreckend, welche Beweggründe die Menschen angetrieben hat, Unschuldige einer grausamen Folter zu verurteilen, der man so oder so nicht entkommen konnte. Entweder man gestand alle Vorwürfe, die gegen einen erhoben wurde und wurde somit zum Tode verurteilt. Oder man blieb standhaft und man wurde ebenfalls Opfer der Flammen, da es so ausgelegt wurde, dass der Teufel selbst dafür gesorgt hat, dass man nichts zugab.
Wenn man dieses Buch liest, wird einem deutlich vor Augen geführt, dass besonders die Hexenkommissare nur auf zwei Dinge auswahren: Geld und Macht! Ihnen ging es nicht um die eigentliche Sache, die sie den Bürgern vermittelten. Sie glaubten nicht an Hexen und Zauberei (oder nur bedingt). In dem sie Missgunst säten, sorgten sie für immer neue Opfer des Hexenwahns und immer mehr Geld floss in ihre Taschen und ihr Ansehen wurde immer grösser.

Petra Schier hat einen unheimlich tollen Schreibstil, der mich von Anfang an berührt hat. Ich habe mit jedem Wort mitgefiebert, habe mich gefühlt, als wäre ich selbst in Rheinbach zu der Zeit des Wahns. Mehr als einmal hatte ich Gänsehaut, besonders wenn sie die Folter an die Reihe kam. Auch die Verbrennung, die sie beschrieben hat, hat mich leer schlucken lassen. Dieses Buch hat mich tief berührt - vor allem, da Hermann Löher tatsächlich existiert hat und dies seine Geschichte ist (so gut wie möglich nachempfunden, mit ein klein wenig Hilfe der Autorin). Und ich finde, es ist ihr unheimlich gut gelungen, das Leben des Schöffen in dieser Zeit zum Ausdruck zu bringen - und auch, wie viel Leid dieser Hexenwahn damals verursacht hat.

Ich habe selten ein so atmosphärisches Buch gelesen, dass mich bis zum Schluss nicht losgelassen hat - und auch jetzt noch dafür sorgt, dass ich über das gelesene nachdenke und es mich beschäftigt.

Charaktere

Meiner Meinung nach hat Petra Schier die Charaktere hervorragend getroffen. Dort, wo sie keine genauen Angaben gefunden hat, hat sie der Geschichte dennoch eine wundervolle Note verpasst. Ich mochte jeden der Charaktere, selbst den Kommissar und zwar weil sie so echt und tiefgründig geschrieben wurden.
Auch wenn ich nicht alle Entscheidungen nachvollziehen konnte und ich dem Kommissar am liebsten an den Hals gesprungen wäre, konnte ich mich in jede Person hineinversetzen. Und ich war manchmal sogar erstaunt, dass ich den ein oder anderen Charakter in seinen Handlungen durchaus verstehen konnte, auch wenn die Konsequenzen ziemlich grausam waren.

Cover

Das Cover ist eher nicht so mein Fall - aber das ist oft so bei historischen Romanen. Daher ist das nicht weiter schlimm.

Fazit

Ein absolutes Muss für jeden, der sich für dieses Thema interessiert - und für jeden, der einen grandiosen historischen Roman lesen möchte! 5 Sterne von mir! *****

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