Mittwoch, 8. April 2015

Rezension zu Die Wegwerfkuh von Tanja Busse

Hallo ihr Lieben :)

Heute habe ich wieder eine Rezension für euch - dieses Mal zu einem Sachbuch und zwar zu 'Die Wegwerfkuh' von Tanja Busse. Ich danke dem Verlag herzlich, dass ich es als Rezensionsexemplar lesen durfte.

Verlag: Blessing
Paperback
Klappenbroschur
288 Seiten, 2 s/w Abbildungen ISBN: 978-3-89667-538-5
Homepage des Verlages: ** hier klicken **

Klapptext:

Sie nennen es Effizienz – doch in Wahrheit ist es ein System gigantischer Verschwendung.
Die deutsche Landwirtschaft produziert immer mehr Milch, Fleisch und Eier in immer kürzerer Zeit. Die Effizienz scheint ihr bestes Argument zu sein. Nur mit den Methoden der Agrarindustrie könne man neun Milliarden Menschen ernähren, behaupten deren Anhänger.

Doch diese Hochleistungslandwirtschaft ist eine Verschwendungs- und Vernichtungslandwirtschaft . Sie erzeugt Milchkühe, die – bei einer natürlichen Lebenserwartung von zwanzig Jahren – schon nach drei Jahren im Melkstand geschlachtet werden. Sie werden zu einer so hohen Milchproduktion getrieben, dass sie krank und unfruchtbar werden.

Gleichzeitig können die meisten Bauern nicht mehr autonom handeln, weil sie abhängig und hoch verschuldet sind. In der Geflügelmast verkaufen wenige große Konzerne Küken, Futter und Medikamente an die Landwirte und nehmen ihnen nach der Mast die schlachtreifen Hühner ab. Die Preise bestimmen die Unternehmen – die Stallkosten und das Risiko für die Aufzucht tragen die Bauern, die sich trotzdem der Logik der Industrie beugen.

In ihrem neuen Buch Die Wegwerfkuh belässt Tanja Busse es nicht bei der schonungslosen Kritik der Missstände und Abhängigkeiten, sondern zeigt auch Wege zu einer nachhaltigen Landwirtschaft auf.

(Quelle: Blessing)

Rezension:

Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Dieses Buch hat mich in Höhen und Tiefen geführt - mich zu Tränen gerührt und wütend werden lassen. Für mich war das Lesen ein Wechselbad der Gefühle, so hat mich dieses Buch aufgewühlt. Ich hoffe, ich werde ihm mit meiner Rezension gerecht - das ist gar nicht so leicht, aber ich gebe mein Bestes!

Natürlich ist mir nicht unbekannt, dass die Massentierhaltung und die damit verbundenen Konsequenzen für Landwirde, Umwelt etc. nicht gerade toll sind - gelinde gesagt. Die Wegwerfkuh zeigt auf, was alles falsch läuft - zeigt auf, wie bestimmte Parteien auf Kritik reagieren und weshalb sie es zum Teil tun.
Ich verstehe, dass es für Bauern nicht lustig ist, wenn sie kritisiert werden - aber ich denke, es hat durchaus seine Berechtigung, gewisse Dinge in Frage zu stellen. Und ja, es geht bei vielen um das Überleben, aber geht es nicht anders? Gibt es nicht andere Wege?

Diese Fragen stellt auch Tanja Busse in ihrem Buch und ich finde diese Fragen durchaus berechtig. Und ich finde es schade, dass so viele Instanzen einfach auf stur schalten und sich grösstenteils herausreden wollen. Es gibt keine Alternative! Pha, bei diesen Worten stehen mir die Haare zu Berge. Ich bin mir sicher, wenn man etwas wirklich ändern will, dann gibt es Alternativen! Es kann doch nicht sein, dass man immer mehr (Milch, Eier, Fleisch) in immer kürzerer Zeit produziert und dabei nicht daran denkt, wie es den Tieren und der Umwelt ergeht? Wie kann man von Effizienz sprechen, wenn z.B. eine Kuh bereits nach drei Jahren geschlachtet wird, nur weil sie durch diese 'Effizienz' krank und unfruchtbar geworden ist?? Eine Kuh kann bis zu 20 Jahre alt werden!
Aber auch bei Hühner und Schweinen ist es nicht besser und es stimmt mich unheimlich traurig, dass diese Tiere wie Dinge, wie Sachen behandelt werden. Mir kann niemand erzählen, dass es einem Schwein oder einem Huhn etc. gefällt, auf engstem Raum in seinem eigenen Unrat eingepfercht zu werden usw. Das ist einfach nicht das Naturell dieser wundervollen Tiere.

Aber auch dass die Umwelt unter den Bedingungen leidet, finde ich nicht gut. Und natürlich finde ich es unter aller Würde, dass die Landwirte derart abhängig gemacht werden! Ich bin überzeugt davon, dass es anders geht und auch die Landwirte wieder Freude an ihrer Arbeit bekommen könnten - und vielleicht auch andere Wege einschlagen würden, die für Tier und Umwelt besser sind und ihnen keinen wirtschaftlichen Schaden bescheren. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg - aber daran fehlt es leider oft und das finde ich unheimlich schade.

Aber nicht nur auf der Seite der Produzenten muss sich grundlegend etwas ändern. Auch wir Konsumenten müssen unsere Einstellung und unsere Verhaltensweise überdenken! Es kann nicht sein, dass wir auf den Landwirten herumhacken, wenn wir nicht bereit sind, uns selbst zu ändern. Ich persönlich habe mich letztes Jahr dafür entschieden, den Weg der Vegetarierin zu gehen - aus ethischen Gründen, weil ich es einfach nicht mehr ertrage, die Tiere leiden zu sehen. Heute muss ich sagen, dass ich diesen Weg schon früher hätte beschreiten sollen. Milch und Eier esse ich sehr reduziert und wenn, achte ich darauf, woher sie stammen.
Wenn man möchte, kann man etwas ändern und sei es nur sein Essverhalten! Ich sage nicht, jeder soll Vegetarier werden, aber vielleicht kann man sein Fleischkonsum anpassen und vielleicht sein Fleisch auch mal direkt beim Bauern vom Ort kaufen. Es gibt so viele Dinge, die etwas bewirken können - auch wenn es nur ein kleiner Schritt ist. Wenn z.B. betrachtet, dass vor einigen Jahren Vegetarier noch rar waren, werden es immer mehr - und sie haben auch eine Stimme, sie sind nicht mehr unbekannt. Man spricht über sie und man erhält auch immer mehr Produkte, was noch vor einiger Zeit undenkbar gewesen wäre.
Wie ihr seht, wenn jeder etwas kleines Ändert, kann es ganz gross werden :)

Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist, dass Tanja Busse auch Lösungsvorschläge aufgezeigt hat. Ich möchte auf eine kurz näher eingehen - und zwar die Idee, für einen Zoo für Nutztiere, wo Landwirte und Konsumenten das natürliche Verhalten der Tiere wieder studieren kann. Und zwar, weil genau dieses Wissen einfach immer mehr verloren geht und auch schon verloren gegangen ist. Ich fände diese Idee klasse und wäre auf jeden Fall ein regelmässiger Besucher. 

Noch kurz zum Schreibstil: Es ist halt ein Sachbuch, aber mir hat dennoch gefallen, wie die Autorin das Buch geschrieben hat. Es war nicht zu trocken und gut gemacht.
Und das Cover: Mir gefällt es eigentlich ganz gut. Schlicht und aussagekräftig! Genau, wie es sein sollte. Ach ja - und es ist wie eine Art Recyclingpapier, was mir auch sehr sehr gut gefallen hat.

Alles in allem: Ein wundervolles Sachbuch, das man sich auf jeden Fall ansehen sollte - egal ob Veganer, Vegetarier oder Allesesser! Es regt zum Nachdenken an. Klare fünf Sterne von mir! *****

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