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Rezension zu Solange du bei uns bist von Jodi Picoult

Hallo ihr Lieben :)

Heute habe ich eine Rezension zu euch und zwar zu 'Solange du bei uns bist' von Jodi Picoult. Sie gehört zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen und ich liebe ihre Bücher einfach.

Verlag: Bastei Lübbe
Hardcover
463 Seiten
ISBN: 978-3-7857-2502-3
Ersterscheinungsdatum: 16.05.2014
Homepage des Verlages: ** hier klicken **

Klapptext:

Edward Warren hat keinen Kontakt mehr zu seiner Familie, seit er wegen eines heftigen Streits nach Thailand ausgewandert ist. Eine schreckliche Nachricht führt ihn zurück in die USA: Sein Vater liegt nach einem Unfall im Koma, die Chancen auf Genesung sind minimal. Während seine Schwester Cara auf ein Wunder hofft, will Edward den Vater sterben lassen und seine Organe spenden. Wird er von Nächstenliebe oder von Rachegedanken angetrieben? Und wie weit wird Cara gehen, um das Leben ihres Vaters zu erhalten?

(Quelle: Bastei Lübbe)

Rezension:

Inhalt

Edward Warren, der seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seiner Familie hat und nach einem Streit nach Thailand ausgewandert ist, bekommt einen schrecklichen Anruf: Sein Vater liegt nach einem Unfall im Koma und seine Chancen, zu genesen, stehen minimal. Doch während seine Schwester Cara weiterhin Hoffung hat, will Edward seinen Vater sterben lassen und seine Organe spenden. Doch wird er wirklich von Nächstenliebe getrieben oder steckt etwas anderes dahinter? Und wie weit wird Cara gehen, um das Leben ihres Vaters zu erhalten?

Wieder hat Picoult sich ein Thema herausgepickt, welches immer wieder zu Debatten und Diskussionen führt - und die Meinungen teilt: Lebenserhaltende Massnahmen bei Komapatienten!
Mich hat das Thema unheimlich gereizt und ich war sehr gespannt, was mich im Buch erwarten wird. Wie in den meisten von ihren Büchern hat Jodi Picoult das Buch wieder aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben.
Da hätten wir Edward, der nach dem Anruf seiner Mutter den ersten Flieger zurück in die Staaten nimmt. Cara, die sich die Schuld am Unfall ihres Vaters gibt und auch dabei war, jedoch mit einigen Verletzungen das Krankenhaus bald wieder verlassen kann. Dann wäre da noch Exfrau Georgie, die hin und hergerissen wird. Joe, der neue Mann von Gorgie - Anwalt und liebender Vater von Zwillingen. Und Luke, dessen Szenen sehr speziell sind und mir unheimlich gut gefallen haben.

Luke war Verhaltensforscher für Wölfe und das bringt Picoult sehr gut in ihrem Buch rüber, indem sie die Teile, in denen Luke 'zu Wort' kommt, so gestaltet, dass er von seinen Erfahrungen mit den Wölfen erzählt; über ihr Verhalten, sein Umgang mit ihnen etc. Das hat mir richtig gut gefallen, da ich ohnehin sehr viel für Tiere übrig habe und solche Dinge in Büchern sehr schön finde. Man erfährt Dinge, die Menschen vielleicht ein wenig zu Nachdenken anregt und ein anderes Bild von Wölfen zeigt. Wirklich toll gelöst. Auch wenn ich sagen muss, dass diese Teile vielleicht ein wenig Geschmackssache sind. Mich hat es überzeugt und ich habe die Szenen verschlungen und konnte nicht genug davon bekommen.

Dann haben wir den Aspekt der lebenserhaltenden Massnahmen bei Komapatienten. Dieses Thema sorgt wirklich immer wieder für Kontroversen und ich denke, es gibt kein richtig oder falsch. Es ist nie einfach zu entscheiden, ob man die Maschinen abschaltet und einen geliebten Menschen gehen lässt. Ich weiss nicht, wie ich in einer solchen Situation reagieren würde. Heute würde ich behaupten, dass ich, wenn mir die Ärzte versichern, dass die Chancen für eine Heilung gleich Null liegt, die Maschinen - auch wenn es mir das Herz brechen würde - abschalten lassen würde. Jemanden dahinvegetieren zu lassen, ohne richtiges Bewusstsein, das wäre kein richtiges Leben mehr. Aber eben... Vielleicht würde ich, falls ich jemals in eine solche Situation gerate, anders denken.

Auf jeden Fall hat mich die Geschichte sehr berührt und besonders als gegen den Schluss des Buches ging, habe ich ein paar Tränen verdrückt. Jodi Picoult hat ein Meisterwerk geschaffen, dass zum Nachdenken anregt und sorgt dafür, dass man sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen muss. Einfach klasse!

Charaktere

Luke - studierter Biologe, der es sich zur Passion gemacht hat, Wölfe zu studieren. Dafür lässt er sogar seine Familie für eine gewisse Zeit hinter sich und dadurch stösst er einige Ereignisse an. Aber man erfährt dadurch auch unheimlich viel über diese wundervollen Tiere - und natürlich auch, was für ein Mensch Luke ist.

Edward - der Sohn, der nach einem Streit seinen eigenen Weg geht. Für mich auch ein sehr interessanter Charakter und ich mochte ihn sehr gerne. Ich kann seine Beweggründe verstehen. Denn obwohl er so lange weg war, stellt er die Familie über alles und will seine Schwester schützen - nicht nur vor dem Leben, sondern auch vor noch mehr Schmerz.

Cara - eine Tochter, die die Hoffnung hegt, dass ihr Vater wieder gesund wird. Ich habe so mit ihr gelitten und ich konnte sie so gut verstehen. Man spürt, weshalb sie kämpft und wie schwer ihr das alles fällt. Besonders, da sie beim Unfall direkt dabei war und mit einigen Verletzungen überlebt. Auch Cara ist ein wundervoller Charakter, der Jodi Picoult richtig gelungen ist.

Georgie - Exfrau von Luke und Mutter von Edward und Cara. Sie liebt ihre Kinder über alles und doch sieht sie sich plötzlich zwischen den Fronten. Und da sind da noch ihre Zwillinge, die sie mit ihrem neuen Mann hat. Auch sie hat mir sehr gut gefallen und man kann richtig mit ihr fühlen.

Joe - der neue Mann von Georgie und Anwalt. Er stellt sich auf die Seite von Edward - und ich kann seine Beweggründe sehr gut verstehen. Mich beeindruck, wie er an die Sache rangeht und wie sehr ihm die Familie dennoch bedeutet.

Natürlich gibt es noch einige Nebencharaktere. Die sind alle auch gelungen, wie ich finde.

Cover

Das Cover spiegelt die Stimmung im Buch sehr gut wieder, wie ich finde. Es gefällt mir wirklich gut und es ist ein richtiger Hingucker.

Fazit

Ein wundervolles Buch, das zum Nachdenken anregt. Klare fünf Sterne! *****

Kommentare

  1. Klingt nach einem guten Buch!

    Zum Thema lebenserhaltende Maschinen möchte ich etwas loswerden:
    Ein Verwandter von mir war schwer krank und ihm wurden lebenserhaltende Maschinen eingepflanzt. Er ist für den Rest seines Lebens im Bett gelegen und man weiß nicht, wie viel er noch mitbekommen hat. Seine Frau hat ihn zuhause gepflegt. Vor ca. sechs Jahren ist er schließlich verstorben. Eine Bekannte sagte nach der Beerdigung zu seiner Frau so etwas wie: "Gell, jetzt hast du es leichter." Sie war ja immer angebunden, konnte nie für längere Zeit wegbleiben. Aber er war dafür immer da. Sie konnte ihm alles erzählen und allein seine Anwesenheit hat ihr gut getan.

    Ich glaube, die Frage "Abschalten oder nicht" kann man erst beantworten, wenn man in dieser Situation steckt. Ich weiß auch nicht, ob meine lebenserhaltenden Maschinen abgeschaltet werden sollen oder nicht, falls ich so krank werden sollte. Im Hinterkopf hab ich da immer den Film "Solange du da bist" (original "Just Like Heaven"), auch wenn die Handlung wohl etwas unrealistisch ist. Aber die Frage, wie viel man im Koma mitbekommt, bleibt trotzdem.

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  2. Für mich war es ein wundervolles Buch, das ich bestimmt noch einmal lesen werde.

    Das mit deinem Verwandten tut mir natürlich sehr leid - das ist nie einfach, eine solche Situation.

    Da haben wir wieder, was ich schon angesprochen habe - jeder hat eine eigene Meinung dazu. Wie ich dazu stehe, welche Entscheidung ich bei einer engen Person treffen würde - stand heute, kann sich natürlich ändern - steht ja in meiner Rezension. Für mich selbst würde ich mir wünschen, dass man die Maschinen abstellt. Wenn ich nichts mehr tun könnte und nur noch auf Pflege angewiesen bin und niemand weiss, wie viel ich mitbekomme... Ich würde lieber gehen wollen.

    Ich denke, das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Und ich aktzeptiere auch die Meinung der anderen, wenn sie es nicht so sehen, wie ich :)
    Ja, niemand weiss genau, wie viel man in einem Koma mitbekommt, das ist so. Und ich denke, das wird sich auch so schnell nicht ändern.

    lg

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  3. Hey,

    das ist auch noch so ein Buch, das ich unbedingt noch lesen will. Ich finde es toll, dass Jodi Picoult sich mit diesen besonderen Themen auseinandersetzt. Es ist natürlich unumgänglich, dass sich dabei die Meinungen spalten, das hast du ja auch schon angesprochen. Aber das ist ja auch gut so - jeder kann selbst darüber nachdenken und sich eine eigene Meinung bilden :)

    Liebe Grüße!
    Carina

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